Gemeinsam für den Kiebitz: Bruterfolg steigt in Brandenburg

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Gemeinsam für den Kiebitz: Bruterfolg steigt in Brandenburg

Aktualisiert am 28.05.2026

Früher galt der Kiebitz als „Allerweltsvogel“, heute ist er in Deutschland stark gefährdet: Allein von 1980 bis 2016 ist die Zahl der Kiebitze um 93 Prozent zurückgegangen. Das charakteristische „Kiju-witt“ des schwarz-weißen Vogels erklang ursprünglich vor allem in Mooren und Feuchtgrünland, wo er gut getarnt in Bodenmulden brüten und reichlich Nahrung finden kann. Doch mit Intensivierung der Landwirtschaft wurden diese Flächen entwässert und immer seltener.

Zum Schutz des Kiebitzes und anderer Wiesenbrüter bringen Landwirte im Gebiet der brandenburgischen Kooperative „Grubener Kulturlandschaft“ darum nicht nur das Wasser zurück. Eine Feldvogelinsel inmitten einer Blühfläche bietet den Kiebitzen einen sicheren Raum zum Brüten im Ackerland. Der aktuelle Monitoringbericht spricht für die Maßnahme, jedes Jahr brüten dort etwa zehn Brutpaare und auch Feldlerche und Wiesenschafstelze nehmen die Insel gut an. Doch auch Beutejäger wie der Fuchs fanden immer wieder ihren Weg auf die Flächen. Darum errichtete die Kooperative letztes Jahr zusätzlich einen Zaun, um die Gelege vor Prädatoren zu schützen. Mit Erfolg: statt nur 16 Prozent im Vorjahr waren seither über 80 Prozent der Kiebitzbruten erfolgreich. Mit 14 Gelegen auf der Fläche erreichte die Kooperative 2026 sogar einen neuen Rekord!Feldvogelinsel im Acker
Schutz für den Kiebitz: Die eingezäunte Feldvogelinsel im Acker steigert den Bruterfolg deutlich.

Die Feldvogelinsel stammt ursprünglich aus der Regelförderung für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM). Diese „Insel im Acker“ wird nach der Bodenbearbeitung brach gelassen, sodass die Feldvögel dort ungestört brüten können. Während nebenan weiter Ackerbau betrieben wird, sparen die Landwirt:innen Feldvogelinseln bei allen landwirtschaftlichen Tätigkeiten aus. In der brandenburgischen Regelförderung können Betriebe eine Feldvogelinsel ausschließlich in Getreide oder Ölsaaten anlegen – dank der Flexibilität in der Kooperative konnte deren Management die Maßnahme jedoch an die Bedarfe des Betriebes anpassen. So kann der ansässige Landwirt jetzt die Wiesenbrüter schützen und seine Fruchtfolge unkompliziert fortführen – eine Win-Win-Situation für Landwirtschaft und Naturschutz!

Und der kooperative Ansatz macht noch mehr möglich. Nachdem die Küken geschlüpft sind, ziehen viele Kiebitzfamilien in das angrenzende Grünland weiter. Dort schafft ein weiterer Landwirt der Kooperative mit angepasster Bewirtschaftung ideale Bedingungen für die Aufzucht der Jungvögel. Die Flächen haben zum Beginn der Brutperiode eine kurze Vegetation und werden während der Brutzeit nicht befahren. Eine Solarpumpe versorgt die Fläche bei Bedarf zusätzlich mit Wasser, sodass die Jungvögel reichlich Nahrung im feuchten Schlamm finden. Und auch hier schützt ein Zaun den wertvollen Nachwuchs.Ein Feld mit Solarpumpe im Hintergrund
Eine Solarpumpe hält die Wiesen feucht, damit die Kiebitzkücken ausreichend Nahrung finden.

In der Kooperative gibt es noch vier weitere solcher eingezäunten Flächen im Grünland mit deutlich erkennbarem Bruterfolg: im Durchschnitt konnten hier über 70 Prozent der Bruten schlüpfen und flügge werden. Dank der aufeinander abgestimmten Maßnahmen und der Zusammenarbeit der Landwirte, kann sich die Kiebitzpopulation in der Grubener Kulturlandschaft hoffentlich weiter erholen. Und auch für andere gefährdete Arten wie Braunkehlchen, Bekassine und Wiesenpieper bieten die Flächen wertvollen Lebensraum, so der Monitoringbericht aus Brandenburg. Diese Ergebnisse sind auch eine wichtige Bestätigung für die ansässigen Betriebe, die in der Kooperative mit Freude Wiesenvögel neben Ernteerträgen zählen.

Den vollständigen Bericht lesen Sie hier: Monitoringbericht MR Brandenburg 2025.